Neuigkeiten rund um die Leasing-Wirtschaft und den investierenden Mittelstand |
MobilitätZwei von drei Elektroautos kommen über Leasing auf die Straße Der Leasing-Anteil bei batterieelektrischen Pkw erreichte 2025 rund 65 Prozent. Wer auf Elektromobilität umsteigt, trägt technologische und wirtschaftliche Risiken, die sich mit Leasing gezielt begrenzen lassen. Auch Privatkunden greifen zunehmend auf Leasing zurück, um Risiken zu reduzieren. Nach rund drei Jahren geben sie ihr Fahrzeug zurück und können auf neue Modelle mit höherer Reichweite umsteigen. Ein weiterer Effekt zeichnet sich ab: Rückläufer aus dem Leasing könnten künftig preissensiblen Haushalten den Einstieg in die Elektromobilität erleichtern. Der BDL fordert deshalb, auch junge Gebrauchtwagen und Leasing-Modelle in die Förderung für Privatpersonen einzubeziehen.
Foto: KI-generiert |
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Aktuelle Marktzahlen Leasing-Wirtschaft investierte 83,12 Milliarden Euro in 2025 und steigerte ihre Quote
Die Leasing-Gesellschaften in Deutschland haben 2025 nach einer Hochrechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln für ihre Kunden Investitionen in Höhe von 83,12 Milliarden Euro finanziert. Nominal ist dies ein Plus von 3,2 Prozent, preisbereinigt ist das Neugeschäftsvolumen stabil geblieben. Gleichzeitig sanken die gesamtwirtschaftlichen Investitionen. Damit kletterte die Leasing-Quote auf 26,6 Prozent: Mehr als jede vierte Ausrüstungsinvestition in Deutschland läuft über Leasing. Dies zeigt, dass Unternehmen in unsicheren Zeiten verstärkt zu Leasing greifen.
BDL-Präsident fordert bessere Rahmenbedingungen für Investitionen
„Mit dem stabilen Leasing-Neugeschäft können wir – gemessen an der konjunkturellen Lage – durchaus zufrieden sein. Für die deutsche Wirtschaft insgesamt gilt das jedoch nicht. Die Investitionsdynamik bleibt zu schwach, der erneute Rückgang bei den Produktionsinvestitionen ist ein deutliches Warnsignal für den Industriestandort Deutschland“, erklärte BDL-Präsident Kai Ostermann. Besorgniserregend sei die anhaltend schlechte Entwicklung der Unternehmensinvestitionen, die 2025 real 11 Prozent niedriger als 2019 lagen. Leasing wirke als Investitionsmotor, könne aber ohne passende Rahmenbedingungen allein den Trend nicht umkehren. Zu einem verbesserten Investitionsumfeld gehörten vor allem der konsequente Abbau von Bürokratie, schnellere Genehmigungsverfahren und eine wettbewerbsfähige Unternehmensbesteuerung. |
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Kai Ostermann, BDL-Präsident |
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Statement zum KoalitionsausschussInvestitionshürden bleiben „Der Koalitionsausschuss hat gehandelt. Das Energiesofortprogramm entlastet Verbraucher und Unternehmen, die auf Mobilität angewiesen sind, wie Speditionen, Handwerksbetriebe, Außendienstteams oder Landwirte. 17 Cent weniger pro Liter Benzin und Diesel für zwei Monate schaffen kurzfristig Spielraum. Das ist anzuerkennen. Wer jedoch über Investitionen entscheidet, kalkuliert mit Steuerbelastung, Genehmigungsdauern und Planungssicherheit. Auf all das gibt der heutige Beschluss keine Antwort. Unternehmenssteuern sind im internationalen Vergleich zu hoch, Bürokratie lähmt und Genehmigungsverfahren dauern zu lange. Das hat sich nicht geändert. Die Koalition hat Steuer- und Sozialreformen in Aussicht gestellt. Konkrete Beschlüsse fehlen bislang. Hier liegt die eigentliche Aufgabe. Keine Absichtserklärungen, sondern Maßnahmen, die Investitionen erleichtern. Und die sind jetzt gefragt, nicht nach der Sommerpause. Was der Standort Deutschland benötigt, ist das Signal, dass sich die Rahmenbedingungen für Investitionen strukturell verbessern: Aktiver Rückbau von Bürokratie in jedem Ministerium bis Jahresende, Rücknahme der Regelungen, die durch Goldplating entstanden sind, schnellere Genehmigungen, spürbare steuerliche Entlastung. Das sind die Stellschrauben, die Investitionen auslösen. Der BDL erwartet, dass die Koalition diese Reformen mit derselben Entschlossenheit angeht wie das Energiesofortprogramm.“ |
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Dr. Claudia Conen, BDL-Hauptgeschäftsführerin |
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IW-MarktberichtIT-Leasing zieht an, Produktionsmaschinen weiter im Minus |
| „Wenn Unternehmen überhaupt noch investieren, investieren sie gezielt in Elektromobilität und Digitalisierung. Die klassischen Produktionsinvestitionen stehen dagegen weiter unter Druck“, kommentierte BDL-Präsident Kai Ostermann die Zahlen des aktuellen IW-Marktberichts. Nach mehreren schwachen Jahren legten 2025 IT-Leasing-Investitionen um neun Prozent zu. Der Anstieg beruhte vor allem auf kombinierten Investitionen in Software und Hardware, getrieben durch Automatisierung, Effizienzsteigerungen und datenbasierte Anwendungen, zu denen zunehmend auch KI-basierte Lösungen zählen. Gegenläufig entwickelt sich das Segment Produktionsmaschinen: Es schrumpfte erneut um 5,5 Prozent. Automotive, Chemie, viele weitere Industriebranchen halten sich weiterhin mit Investitionen zurück. „Der Kapitalstock veraltet. Das gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts“, warnt Ostermann. |
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ZeitenwendeSicherheit und Resilienz: Leasing kann unterstützen
Lieferkettenstörungen, Stromausfälle, Konflikte: Unternehmen müssen sich zunehmend darauf vorbereiten, dass Produktionsabläufe unterbrochen werden. Das verändert, worin investiert werden muss. Reservekapazitäten rücken in den Fokus: Maschinen, IT-Systeme oder Logistiktechnik, die im Normalbetrieb bereitstehen und im Ernstfall sofort verfügbar sind. Leasing ist für solche Investitionen ein naheliegendes Instrument, weil es Kapital schont und Flexibilität erhält. Ein zweiter Bereich kommt hinzu: der Aufbau von Kapazitäten in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Zulieferer, die sich neu ausrichten, haben oft erheblichen Vorfinanzierungsbedarf. Auch Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr und THW stehen vor wachsenden Investitionen in Ausrüstung und Infrastruktur. Gerade bei Technologien, die sich schnell weiterentwickeln, bietet Leasing den Vorteil des regelmäßigen Austauschs. Der BDL befindet sich zu diesen Themen im Gespräch mit wesentlichen Akteuren, u.a. dem Bundesverband der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, der KfW und Vertretern des Verteidigungsausschusses. Der Verband setzt sich auch für bessere Vergabevoraussetzungen ein, damit Leasing-Investitionen der öffentlichen Hand einfacher möglich werden. |
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Handwerk und LeasingZwei starke Partner mit Potenzial 2026 rückt der BDL das Thema „Leasing und Handwerk – zwei starke Partner“ in den Fokus. Den Auftakt machte eine Bestandsaufnahme: Rund 30 Prozent der größeren Handwerksbetriebe nutzen Leasing, wenn sie nachhaltige Investitionen außenfinanzieren. Das zeigen aktuelle Erhebungen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Jedoch dominieren Eigenmittel nach wie vor die Investitionsfinanzierung der Betriebe. „Viele Handwerker kombinieren laufenden Cashflow mit Leasing und können so schneller investieren", erklärt Dr. Claudia Conen, Hauptgeschäftsführerin des BDL. Leasing ermögliche es, Investitionen vorzuziehen und die Kosten über die Nutzungsdauer zu verteilen. „Planbare Raten und eine liquiditätsschonende Finanzierung schaffen Spielraum für das operative Geschäft. Insbesondere bei neuen Technologien wie Elektrofahrzeugen nutzen Betriebe Leasing, weil sich Investitionsrisiken und Restwertfragen so besser kalkulieren lassen", führt sie aus.
Investieren, ohne zu warten Fachkräftemangel zwingt Handwerksbetriebe zur Modernisierung: Wer weniger Hände hat, braucht bessere Werkzeuge, moderne Maschinen und digitale Prozesse. Das wissen die Betriebe. Trotzdem warten viele, bis genug Eigenkapital zusammen ist. Modernisierung wird so systematisch verschoben. Leasing durchbricht diesen Mechanismus. Investitionskosten verteilen sich über die Nutzungsdauer; der Cashflow bleibt stabil. Gerade bei neuen Technologien wie Elektrofahrzeugen schätzen Unternehmen, dass Leasing Investitionsrisiken reduziert. Zudem schaffen planbare Raten Spielraum für das operative Geschäft. Noch schöpfe das Handwerk daher das Potenzial von Leasing nicht aus. |
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BDL-Forum Mittelstand Im Dialog mit dem Handwerk Das 25. Forum Mittelstand des BDL am 26. März 2026 brachte die Leasing-Wirtschaft mit ihrer Kundengruppe Handwerk an einen Tisch. Veranstaltungsort war das Berliner Haus des Handwerks des ZDH. Dabei wurden u. a. die Fragen diskutiert: Wie können Leasing-Gesellschaften Handwerksbetriebe besser unterstützen? Wo gibt es Hürden in der Zusammenarbeit, und wie können diese abgebaut werden? Die Podiumsdiskussion zeigte: Leasing und Handwerk könnten noch enger zusammenarbeiten; die Herausforderung liegt dafür auch in der Kommunikation. Viele Betriebe kennen noch nicht alle Möglichkeiten der Leasing-Finanzierung sowie die Services und Beratungsmöglichkeiten der Leasing-Gesellschaften und greifen aus Gewohnheit zum Kredit. Über Fachverbände des Handwerks könnten die Betriebe erreicht und über Leasing-Optionen informiert werden. Auf dem Forum gab es zudem ein positives Signal aus der Politik: Leasing ist in der Mittelstandspolitik angekommen. Der Vertreter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie bezeichnete Leasing als erkannten zentralen Pfeiler der Mittelstandsfinanzierung. Erste Förderprogramme spiegelten dies wider. |
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ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke, BDL-Hauptgeschäftsführerin Dr. Claudia Conen, Dr. Constantin Terton, Bereichsleiter Wirtschaftspolitik ZDH, BDL-Vizepräsident Thomas Kolvenbach |
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Leasing und FörderpolitikRichtige Richtung eingeschlagen Was der BDL seit Jahren fordert, setzt sich nun durch: Leasing wird in der Förderpolitik als gleichwertige Finanzierungsform anerkannt. Erste Erfolge sind bereits sichtbar. Seit Januar 2026 gilt die BEV-Förderung für Private, die Leasing einschließt. Im Februar folgte das Bundesministerium für Verkehr mit dem Förderprogramm für Wasserstoffinfrastruktur und entsprechende Nutzfahrzeuge. 220 Millionen Euro stehen bereit, Leasing-Finanzierungen sind förderfähig. Für Fahrzeuge sind Zuschüsse von bis zu 80 Prozent der Investitionsmehrausgaben möglich, Anträge können bis zum 31. Mai 2026 gestellt werden. Auch auf Länderebene öffnen sich Programme: Nordrhein-Westfalen, Berlin, Baden-Württemberg, Thüringen und Bayern fördern die Anschaffung oder das Leasing von Elektro- und Wasserstofffahrzeugen sowie den Ausbau von Ladeinfrastruktur. Die Richtung stimmt. „Im Detail müssen die Eckdaten jedoch noch passgenauer und praxistauglicher ausgestaltet werden“, so BDL-Hauptgeschäftsführerin Dr. Claudia Conen. Der BDL setze sich dafür ein, Leasing jetzt auch in der Breitenförderung zu verankern, über die Fahrzeugförderung hinaus. Erster Erfolg: Die PD – Berater der öffentlichen Hand führen Leasing und Mietkauf in ihrer Handreichung Beschaffungsarten für Schul-IT: Kauf, Leasing und Miete (PDF) erstmals als gleichwertige Finanzierungsoptionen für Schul-IT. Damit erhalten öffentliche Auftraggeber eine offizielle Entscheidungsgrundlage. Leasing gilt laut PD insbesondere für Endgeräte als wirtschaftlich sinnvoll. Zugleich können rechtliche Prüfungen erforderlich sein. |
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VSME-StandardFreiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung für KMU Kleine und mittlere Unternehmen stehen vor einer wachsenden Herausforderung: Nachhaltigkeitsberichterstattung wird erwartet, aber die Ressourcen dafür fehlen oft. Das VSME-Modul des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) setzt dort an. Es bietet eine strukturierte, niedrigschwellige Möglichkeit, einen freiwilligen Bericht zu erstellen, inklusive Plausibilitätscheck und allgemeiner Anwendungshinweise. Erstmals sind auch branchenspezifische Hinweise für Leasing-Gesellschaften hinterlegt. Den offiziellen Start gaben am 2. März 2026 Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin im BMWE, und Philipp Amthor, Parlamentarischer Staatssekretär im BMDS. Das Angebot ist kostenfrei. Weitere Informationen auf der Website des DNK. |
DAT Report 2026E-Auto kaufen oder leasen? 72 Prozent aller Pkw-Halter sagen: Ohne private Lademöglichkeit kommt ein Elektroauto für sie nicht infrage. Wer dennoch umsteigt, wählt häufig Leasing – so die Ergebnisse des aktuellen Reports der Deutschen Automobil Treuhand GmbH (DAT), der auf einer repräsentativen Befragung von Endverbrauchern basiert. Bei privat erworbenen Neuwagen lag der Leasing-Anteil bei Elektrofahrzeugen mit 45 Prozent deutlich über dem Gesamtdurchschnitt von 23 Prozent. „Der Grund liegt auf der Hand: Restwertrisiken und technologische Unsicherheit lassen sich begrenzen, das gilt für Unternehmen wie für Endverbraucher", kommentiert Dr. Claudia Conen, BDL-Hauptgeschäftsführerin, die DAT-Ergebnisse. Gleichzeitig zeigt der DAT Report 2026, dass 76 Prozent der Pkw-Halter ihr aktuelles Fahrzeug erst einmal weiterfahren wollen, bis sich die Lage bei Antriebstechnologien und Politik klarer abzeichnet. „Wer trotzdem wechselt, nutzt Leasing." |
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KfW-StudieJeder vierte Euro der KMU-Investitionen läuft über Leasing Kleine und mittlere Unternehmen finanzierten 2024 Investitionen in Höhe von 61 Milliarden Euro über Leasing. Dies ist nach einer aktuellen Studie von KfW Research rund ein Viertel ihres gesamten Investitionsvolumens. Der Anteil ist seit 2021 stabil. Die Marktstudie des BDL liefert die Erläuterungen für diese Zahlen: 81 Prozent der befragten Mittelständler sehen Leasing als wichtiges Instrument, um trotz begrenzter finanzieller Spielräume überhaupt investieren zu können. 65 Prozent achten seit der Pandemie stärker auf ihre Liquidität. Hinzu kommt ein Trend, der auch angesichts des Fachkräftemangels zunehmend an Bedeutung gewinnt: Leasing-Lösungen mit ergänzenden Servicebausteinen wie Wartung oder Schadensmanagement. 58 Prozent der Befragten geben an, dadurch personelle Freiräume zu gewinnen. Gerade im Handwerk und bei KMU, die traditionell zurückhaltender bei Fremdfinanzierungen sind, könnte das relevant werden.
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Kompetenzen aufbauenWeiterbildung in der BDL-Akademie Qualifizierte Mitarbeitende sind zentral für ein leistungsfähiges Leasing-Geschäft, kontinuierliche Weiterbildung gewinnt dafür weiter an Bedeutung. Im Fokus des Seminarprogramms der BDL-Akademie stehen Ausbildungs- und Fortbildungsangebote rund um das Geschäftsmodell Leasing – von Grundlagen über Aufbaumodule bis hin zu Spezialisierungen. Das Grundlagenseminar Mobilien-Leasing deckt zivilrechtliche, steuerliche, betriebswirtschaftliche und aufsichtsrechtliche Aspekte ab. Neu ist ein vollständig digitaler Selbstlernkurs, der jederzeit belegbar ist und den bewährten kombinierten Online- und Präsenzkurs ergänzt oder vorbereitet. Die Aufbauseminare vertiefen das Wissen in Recht, Steuern, Regulatorik und Nachhaltigkeit. Erweitert wurden die Kurse zur Betrugsprävention. Wer einen formalen Abschluss anstrebt: Die Ausbildung zum „Fachmann/Fachfrau für Leasing (IHK)" und der zweijährige berufsbegleitende Studiengang an der VWA Freiburg runden das Angebot ab.
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Impressum Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen e. V. Linkstraße 2 10785 Berlin |
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V.i.S.d.P.: Dr. Claudia Conen Redaktion: Heike Schur
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